Haus Golten

Irgendwann in unserem Leben sind wir doch alle mal auf Hilfe angewiesen. So geht es gerade vielen älteren Menschen, die nicht mehr die Möglichkeit haben in ihren eigenen vier Wänden zu wohnen. Um diese Menschen kümmern sich fürsorglich und  liebevoll die Mitarbeiter des Seniorenzentrums Haus Golten. Um sie bei ihrer Arbeit zu unterstützen, besuchen Schülerinnen und Schüler der Realschule An der Fleuth einmal im Monat das Seniorenzentrum und erzählen, spielen und basteln mit den Mitbewohnern. Für Jung und Alt sind diese Treffen immer wieder eine bereichernde Erfahrung.

Foto Jessica Staschok

Probieren……

…geht über Studieren. Unter diesem Aspekt hatten sich 25 technisch interessierte SchülerInnen der Klasse 10 für die Schnupper-Workshops am Berufskolleg Geldern angemeldet. In den Berufsfeldern KFZ-, Elektro-, Metall- oder Holztechnik erlebten die TeilnehmerInnen im Rahmen der Initiative „Zukunft durch Innovation“ (ZdI) der Hochschule Rhein-Waal einen praxisorientierten Schultag, der ihnen einen ersten Einblick in die Anforderungen des ersten Ausbildungsjahres gewährte.

Wer sich mit dem Gedanken trägt, KFZ-Mechatroniker zu werden, hatte in der Werkstatt der KFZ-Technik die Gelegenheit Bremsen zu prüfen, beim Reifenwechsel zuzupacken und einen Motorblock zu zerlegen.

Die Installation einer haushaltstypischen Wechselschaltung stand auf dem Stundenplan in der Elektrotechnik. Nach einer kurzen Einführung in die physikalischen Grundlagen konnten die TeilnehmerInnen mit Schraubendreher und Klemmen die theoretischen Kenntnisse in die Praxis umsetzen. Da war logisches Denken, Geduld und auch Fingerspitzengefühl gefragt.

Vorbereitungen für die kommende Grillsaison trafen die SchülerInnen, die sich für den Bereich Metalltechnik entschieden hatten. Die Herstellung eines transportablen Festival-Grills, auf dem ein Würstchen Platz hat, ließ viel Raum für Kreativität. Die Anfertigung erfolgte Schritt für Schritt mit Hilfe verschiedener Werkzeuge und Arbeitstechniken wie Falzen, Bohren, Verschrauben und Biegen von Schweißdrähten.

Auch in der Holztechnik stand bei der Herstellung eines Frühstücksbrettchens Kreativität im Vordergrund. Doch bevor die TeilnehmerInnen ihre handwerklich-kreativen Fähigkeiten unter Beweis stellen konnten, galt es am Computer unter fachkundiger Anleitung das Brettchen zu bemaßen. Danach konnte es mit Hilfe der CNC-Maschine zugeschnitten werden. Dem Einfallsreichtum beim Schleifen und Verzieren mit dem Brennpeter waren dann keine Grenzen mehr gesetzt.

Alle SchülerInnen waren von dieser handlungsorientierten Form der Berufsorientierung begeistert. Neben der Herstellung eines Weihnachtsgeschenkes hat dieser Projekttag dazu beigetragen, dass die TeilnehmerInnen, unabhängig davon ob sie sich nach dem Abschluss der Realschule für einen schulischen Bildungsgang oder eine duale Ausbildung entscheiden, eine individuelle Anschlussperspektive zu entwickeln, die sich an ihren eigenen Fähigkeiten orientiert. Auch in diesem Jahr hat sich das Projekt „Schnupper-Workshops am Berufskolleg“ als wichtiger Bestandteil des Berufswahlkonzeptes der Realschule An der Fleuth erwiesen.

Susanne Schmidt

Der Polizeiberuf – viel Abwechslung und Verantwortung

Fragt man SchülerInnen nach ihren beruflichen Vorstellungen, so nimmt der Polizeiberuf im Ranking der Traumberufe mit Sicherheit einen der ersten Plätze ein. Streifendienst, Verkehrskontrollen, Ermittlung in Strafsachen, Zeugenbefragungen, Aufnahme von Anzeigen versprechen einen abwechslungsreichen Berufsalltag. Dazu kommt der Wunsch, Menschen helfen zu wollen und zugleich Ansehen und Respekt zu genießen. Die Darstellung in spannenden Kriminalserien wirken verstärkend, blenden aber auch die weniger interessanten Arbeiten im Polizeidienst, wie etwa den Papierkram zu erledigen oder auch die rechtlichen Einschränkungen (z.B. Datenschutz) aus. Um so wichtiger ist es, einen realistischen Einblick zu erhalten und zu erfahren welche Anforderungen an potentielle Bewerber gestellt werden.

Diese Möglichkeit hatten 13 SchülerInnen der Jahrgangsstufe 10, am 28.10.2019 unter fachlicher Leitung des Polizeihauptkommissars R. Reusch, im Rahmen eines Projekttages.

Zu Beginn galt es zu klären, was eigentlich Teamfähigkeit ist. Mit anderen arbeiten können, ihre Stärken und Schwächen zu kennen und zu akzeptieren. Um ein gemeinsames Ziel zu erreichen, ist es wichtig, dass jedes Teammitglied seine Ideen einbringen kann. Teamfähigkeit kann bereits mit dem Anfertigen von Namensschildern beginnen, bei dem niemand seinen eigenen Namen schreiben darf. Mit Klebeband und Edding bedurfte es Absprachen und klare Aufgabenverteilungen, um die gestellte Aufgabe in möglichst geringer Zeit zu bewältigen.

Um einen Ball innerhalb der Gruppe so weiterzugeben, dass jedes Mitglied diesen nur einmal berührt, muss man Optionen prüfen (im Sitzen, im Stehen, geringe Abstände und niedrige Flugkurve…) sich absprechen und Fehler analysieren. Auch hier wurde schnell deutlich, dass man nur im Team siegt, aber auch als Team für Fehler verantwortlich ist.

In nachfolgenden Planspiel mussten sich die TeilnehmerInnen in ein Team von Polizeianwärtern versetzen, das aufgrund einer personellen Notlage die Sicherheit einer mittleren Stadt von ca. 90.000 Einwohnern übernehmen musste. Zu diesem Zweck galt es auf dem ausliegenden Stadtplan eine Polizeiwache so zu positionieren, dass unter Berücksichtigung der Verkehrssituation (z.B. Autobahnanbindung), vorhandener Problemviertel mit hoher Kriminalitätsrate, Drogenmilieus, Vergnügungsviertel überwacht werden konnten.

Da aufgrund der „Notlage“ nur eine kurze Vorbereitungszeit zur Verfügung stand, waren eine teamorientierte Vorgehensweise und Arbeitsteilung erforderlich.

Zudem musste geklärt werden, welche Funktion die Polizei im Rahmen der inneren Sicherheit hat, welche Polizeikräfte zur Verfügung stehen und welche speziellen Aufgaben und mit welchen Einsatzmitteln zu bewältigen sind.

Die Arbeitsergebnisse der Gruppen wurden abschließend präsentiert und von Herrn Reusch durch fachliche Ergänzungen vervollständigt. Dabei wurden die verschiedenen Einsatzbereiche und Zuständigkeiten von Landes- und Kriminalpolizei sowie Bundespolizei (vormals Bundesgrenzschutz) und Zoll erläutert.

Ausgehend von Erfahrungen der SchülerInnen wurden auch die Einsatzmöglichkeiten privater Sicherheitsdienste und deren Befugnisse thematisiert und verdeutlicht, dass nur die Polizei Staatsgewalt ausüben darf.

Überraschend für die SchülerInnen war die Erkenntnis, dass im Zeitalter der Digitalisierung immer noch der Kugelschreiber das wichtigste Einsatzmittel eines Polizisten ist. Deutlich gemacht wurde auch, dass trotz der Einstellung von 2.500 Polizeianwärtern pro Jahr, die Polizei nicht überall gleichzeitig sein kann. Infolgedessen verschieben sich je nach aktueller Situation (z.B. Clankriminalität, Drogen, Einbruchsdelikte….) die Prioritäten verstärkter Polizeipräsenz.

Bei der Lösung der Aufgabenstellung wiesen alle Gruppen ein hohes Maß an Teamfähigkeit auf. Dabei stellte sich auch heraus, dass die Präsentation von Arbeitsergebnissen nicht jedermanns „Ding“ ist. Auch wenn an diesem Tag die Freiwilligkeit im Vordergrund stand, muss Präsentieren geübt werden, gehört es doch mittlerweile zum beruflichen Alltag. Zudem ist dies eine Aufgabenstellung im Auswahlverfahren der Polizei.

Im nachfolgenden „Markt der Eigenschaften“ sollten sich die Teilnehmerinnen anhand von Eigenschaftskärtchen Charaktermerkmale selbst zuschreiben. Die Gruppe, die sich seit Jahren gut kennt, entwickelte die Aufgabenstellung weiter und wies den Teammitglieder bestimmte Soft-Skills zu. Hier zeigte sich, dass die Vorstellung von der eigentlichen Wortbedeutung abwichen und richtig gestellt werden mussten.

„Wertschätzend“ heißt nicht, eine Hand wäscht die andere! „Schön“ bedeutet nicht, einem bestimmten Schönheitsideal zu entsprechen, sondern selbstbewusst zu seinem Aussehen zu stehen. „Fairness“, ein Begriff, der eher aus dem Bereich des Sports bekannt ist, beinhaltet nicht nur, einer anderen Mannschaft den Sieg zu gönnen, sondern im allgemein Umgang ehrlich zu sein.

Es wurde deutlich, dass jeder Mensch verschiedene Wertvorstellungen hat und Teams aus unterschiedlichen Persönlichkeiten bestehen, die erst dann gut sind, wenn diese Unterschiede akzeptiert werden. Bei der Zuordnung der für den Polizeiberuf wichtigen Charaktermerkmale, war der Umstand, dass wertschätzendes Verhalten an oberster Stelle steht, eine wichtige Erkenntnis. Wertschätzung bedeutet Gleichbehandlung und Menschenwürde, dies gilt auch für Kriminelle.

Rollenspiele zur Stärkung der Handlungskompetenz bildeten den Abschluss des Projekttages. Dabei wurden das Auffinden einer hilflosen Person und der Diebstahl eines Handys als normale polizeiliche Einsätze nachgestellt. Nach einer Rollenverteilung und Einweisung in den Umgang mit dem Funkgerät, stand die Kommunikation im Mittelpunkt des Geschehens. Meldungen, die in der Zentrale eingehen, müssen vor Ort überprüft werden. Dabei hat die Eigensicherung stets Vorrang. Wie wichtig es ist, sich den Überblick zu verschaffen, die richtigen Fragen zu stellen um den Ablauf zu recherchieren, Personalien aufzunehmen und an die Wache weiterzugeben, wurde praxisnah erprobt. Hier waren Flexibilität, Kommunikationsfähigkeit, Konfliktmanagement und Teamarbeit erforderlich.

Dieser abwechslungsreiche und informative Projekttag hat, neben einem praxisnahen Einblick in die Anforderungen des Polizeiberufs, zur Reflexion eigener Fähigkeiten beigetragen. Dabei hat Herr Reusch durch seine wertschätzende und begeisternde Art maßgeblich dazu bei getragen, dass bei vielen TeilnehmerInnen der Wunsch sich nach dem Fachabitur bei der Polizei zu bewerben, verstärkt wurde.

Aufgrund des hohen Interesses am Polizeiberuf wird im kommenden Halbjahr ein weiterer Projekttag angeboten.

Susanne Schmidt

Projekt – Online Bewerbung

Bewerbungsunterlagen in klassischer oder digitaler Form sind die Visitenkarte für eine Ausbildung und haben großen Einfluss auf den Erfolg einer Bewerbung und die damit verbundene Einladung zum Einstellungstest oder Vorstellungsgespräch.

Auch wenn die klassische Bewerbungsmappe zunehmend von der Online-Bewerbung abgelöst wird, gilt es dennoch einige Regeln zu beachten. Was gehört genau in die Bewerbungsunterlagen und wie gelingt die optimale Selbstpräsentation? Was gehört in welchen Teil der Bewerbung und welche Reihenfolge ist richtig? Diese Fragen und die praktische Umsetzung standen im Mittelpunkt des Projektes „Online-Bewerbung“, dass in Kooperation mit der Berufsberaterin, Frau Wunderlich, durchgeführt wurde.

Das Deckblatt, als nicht verpflichtender Teil einer Bewerbung, kann jedoch den ersten guten Eindruck vermitteln. Im Anschreiben geht es darum den potentiellen Ausbildungsbetrieb davon zu überzeugen, dass man der/die Richtige ist. Keine leichte Aufgabe, kurz und knapp auf einer Seite zu erklären warum man sich für diesen Ausbildungsplatz bewirbt und welche Qualifikationen man mitbringt. Im Lebenslauf werden neben den Angaben zur Person auch der schulische Werdegang, Kenntnisse und Fähigkeiten, ehrenamtliche Tätigkeiten und aussagekräftige Hobbys genannt. Die Dritte Seite stellt eine besondere Herausforderung aber auch gute Möglichkeit dar, seine eigene Persönlichkeit zu präsentieren. Darüber hinaus können neben berufsrelevanten Soft-Skills auch das Zustandekommen schlechter Noten oder hoher entschuldigter Fehlzeiten beschrieben werden. Zeugnisse (üblich sind die letzten beiden) die die fachliche Qualifikation des Bewerbers belegen, dürfen nur in kopierter Form und chronologischer Reihenfolge (mit dem neuesten beginnende) beigelegt bzw. eingescannt werden. Zu den wichtigen weiteren Nachweisen gehören in jedem Falle ehrenamtliche Tätigkeiten oder freiwillige Praktika. Gelegentlich werden auch Arbeitsproben, insbesondere bei kreativen Berufen, verlangt, die ebenfalls Bestandteil einer Bewerbung sind.

Auch wenn dieser ganztägige Projekttag nicht gereicht hat, so haben doch alle TeilnehmerInnen wichtige inhaltliche Vorüberlegungen angestellt und Hilfen bei der Formatierung sowie der Formulierung ihrer Bewerbungsunterlagen erhalten, so dass die konzentrierte Arbeit die Projektstunden schnell vergehen ließ. Für weitere Hilfestellungen können sich die SchülerInnen jederzeit an ihre Berufsberaterin bzw. Berufswahlkoordinatorin wenden.

Susanne Schmidt

Technik ist keine Männerdomäne

Diese Erfahrung machten 25 Mädchen der Realschule An der Fleuth die am Projekt Mädchen in Technik (MiT) des Berufskollegs Geldern teilnahmen.

Im Rahmen der Initiative Zukunft durch Innovation (zdi) der Hochschule Rhein-Waal konnten am 13. Februar 2019 die SchülerInnen erneut (das Projekt wurde bereits zum 12. Mal durchgeführt) unter Beweis stellen dass sie technikaffin und in technischen Bildungsgängen bzw. Berufen ebenso begabt sind wie Jungen. Wie in jedem Jahr stellte die Realschule An der Fleuth wieder das Gros der Teilnehmerinnen.

An diesem Tag standen praxisnahe und handlungsorientierten Erfahrungen in verschiedenen MINT-Fächern auf dem Stundenplan. Die Bezeichnung MINT steht für die Begriffe Mathematik, Informatik, Natur- und Ingenieurwissenschaft und Technik, allesamt Berufsbereiche, die einerseits gute Verdienstmöglichkeiten und Aufstiegschancen ermöglichen, andererseits  durch Fachkräftemangel gekennzeichnet sind.

Nach der offiziellen Begrüßung durch Schulleiter Andreas Boland im Selbstlernzentrum, wurden die Teilnehmerinnen in 6 Kleingruppen aufgeteilt, die die Bereiche Metalltechnik, Elektrotechnik, Holztechnik, KfZ-Technik, Chemie und Physik durchliefen. Nach einer kurzen theoretischen Einführung durften die Mädchen selbst „Hand anlegen“.

In der Metallwerkstatt wurden die Schülerinnen zunächst in die Handhabung verschiedener Werkzeuge eingewiesen, bevor sie Schritt für Schritt einen Kleiderhaken anfertigten.

Wie installiert man eine Wechselschaltung, wie sie in jedem Haushalt vorzufinden ist? Mittels Schraubendreher und Klemmen galt es im Elektrotechnikraum die Theorie in die Praxis umzusetzen.

 

Eine Grillzange herzustellen, war die Aufgabe in der Holzwerkstatt, hier galt es handwerkliches Geschick zu entwickeln, schließlich steht die nächste Grillsaison bevor.

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Dass auch Mädchen als KfZ-Mechatroniker ihren Mann stehen können, erlebten die Teilnehmerinnen beim Reifenwechsel und der Prüfung der Bremswirkung. Zudem wird die Fehlersuche heute durch den Computer unterstützt, was die Arbeit in der KfZ-Werkstatt erheblich erleichtert.

Kraft hat nicht nur etwas mit Muskeln zu tun sondern auch viel mit Köpfchen. Diese Erfahrung machen die Mädchen im Physikraum, bei der Einführung in die Hebelgesetze, deren kraftsparende Wirkung dort veranschaulicht wurde.

Die letzte Station an diesem Projekttag war der Chemieraum. Hier wurde unter fachmännischer Leitung Lipgloss hergestellt. Je nach individuellen Vorlieben mit oder ohne Pigment bzw. mit Papaya-, Wildkirsch- oder Zitronenaroma. Hier war Entscheidungsfreudigkeit gefragt.

Dass Technik in jedem Falle auch etwas für Mädchen sein kann, stand bei allen Teilnehmerinnen nach diesem abwechslungsreichen und interessanten Tag fest. Neben dem Umstand, dass alle Mädchen am Ende dieses Praxistages ein Valentinsgeschenk mit nach Hause nehmen konnten, hat das Projekt in jedem Falle dazu beigetragen, dass eigene Berufswahlspektrum um die MINT-Komponente zu erweitern.

Die nächste Station im Berufsorientierungsprozess ist das Schülerbetriebspraktikum. In der Zeit vom 02.05. bis 17.05.2019 werden alle SchülerInnen der Jahrgangsstufe 9 ihre eigenen Fähigkeiten mit den Anforderungen der Berufswelt abgleichen und hoffentlich ihrem Traumberuf einen Stück näher kommen.

In der Klasse 10 rundet das Angebot der Teilnahme an einem Schnupper-Workshop am Berufskolleg in Geldern die Berufsorientierung an der Realschule An der Fleuth ab, so dass eine bewusste Entscheidung zum „Anschluss nach dem Abschluss“ getroffen werden kann.

Susanne Schmidt

 

Assessment-Center die Zweite

Am 21.02. fand der zweite Durchgang des Projektes „Auswahlverfahren“ in den Räumen der Fa. Schaffrathmedien statt. Die infolge der grassierenden Erkältungs-welle sehr kleine, nur aus 5 TeilnehmerInnen bestehende Gruppe, erwiesen sich jedoch als sehr motiviert.

Im Verlauf eines Vorstellungsgesprächs, konnte die angehende Medizinische Fachangestellte, die ihren zukünftigen Ausbildungsbetrieb durch ihr Schülerbetriebspraktikum kennengelernt hatte, ihre Soft-Skills überzeugend darlegen. Auch ihr Migrationshintergrund hatte sich bereits als hilfreich erwiesen, konnte sie doch als Übersetzerin zwischen Patient und Arzt fungieren. Der Wunsch zunächst eine Ausbildung und Fachabitur zu machen, um gegebenenfalls später noch eine Weiterbildung als Medizinische OP-Assistentin anzuschließen, belegt eine zielorientierte und ehrgeizige Einstellung zur Berufswelt.

Der Wunsch KFZ-Mechatroniker war durch die Berufsfelderkundungen erstmalig geweckt worden. Ausgiebige Recherchen zum Berufsbild im  Politikunterricht hatten dann zur zielgerichteten Auswahl eines Praktikumsberufes und zur Festigung des Berufswunsches geführt. Bei der Auswahl eines geeigneten Ausbildungsbetriebes sollte nie die leichte und „entspannte“ Anfahrt ausschlaggebend sein. Auch auf die Frage, „Warum dann nicht auch eine Ausbildung als 2-Radmechatroniker in Betracht käme“, sollte wohlüberlegt beantwortet werden. Hier ist sicherlich der Umstand dass der gegenwärtige Erwerb des Mofa-Führerscheins und die Anschaffung eines Rollers nur  als ein Übergang zu komplexeren Herausforderungen zu sehen ist. Zu den Soft-Skills, die für einen zukünftigen KFZ-Mechatroniker wichtig sind, gehören sicherlich Sportlichkeit, technisches Verständnis, handwerkliches Geschick und räumliches Vorstellungsvermögen. Da ist es nicht so schlimm, wenn zu den eigenen Schwächen, eher mangelnde Englischkenntnisse zählen. Mit deutschen Autos muss man schließlich nicht Englisch sprechen! Wer berufliche Ziele hat sollte sie auch in einem Vorstellungsgespräch als solche formulieren. Den Werkstattleiter sollte man nicht durch abwarten – bis ein Platz frei wird – sondern aktiv anstreben. Hier kommt es auf die geeignete Wortwahl an, um in dieser Situation eine gute Figur zu machen. Dazu erhielten die TeilnehmerInnen wieder wertvolle Tipps von Frau Schoofs (Personalabteilung).

Im nachfolgenden Partnerinterview wurden innerhalb von 15 Minuten die Gründe für den Berufswunsch und die erforderlichen Soft-Skills erfragt und souverän präsentiert.

Das Thema der nachfolgenden Gruppendiskussion hatte einen realen Hintergrund. Die Auszubildenden eines Unternehmens sollten am „Tag der Ausbildung“ beim Berufskolleg Kontakt zu interessierten SchülerInnen knüpfen. Die gemeinsame Planung und Organisation dieses Vorhabens, erforderte konkrete Überlegungen, wie man interessierte Schulabgänger gezielt ansprechen und sie von dem eigenen Unternehmen und seinen Ausbildungsberufen begeistern kann. Der Zeitrahmen umfasste 25 Minuten, doch zuvor musste erst einmal eine gemeinsame Pause gemacht werden, um wieder geistig fit für kreative Gedanken sein zu können.
Zunächst galt es einen passenden Namen für das Unternehmen zu finden. Da „Apple“ bereits vergeben war, einigte man sich auf „FLEX“, mit dem Werbeslogan „Wir FLEXen auch Stahlbeton“. Eine Firma, die Maschinen, Werkzeuge und Baubedarf im Produktsortiment führt. Dem entsprechend werden Elektroniker, Lageristen, Mechatroniker, Technische Systemplaner, Kaufleute für Büromanagement und Fachkräfte für Gebäudereinigung dort ausgebildet. „Lockmittel“ sollten die gute Bezahlung, Weihnachts- und Urlaubsgeld, Überstundenbezahlung oder Freizeitausgleich und Möglichkeiten zum Auslandsaufenthalt sein. Der Hinweis auf die vielen Auszeichnungen bei der Ausbildung – alle AZUBIs schließen mit überdurchschnittlichen Ergebnissen ab – und die guten Chancen auf Übernahme nach der Ausbildung sollten das Interesse der Besucher wecken.

Zudem erhalten die AZUBIs Hilfe bei schulischen Problemen im Berufskolleg. Auch eine ansprechende Website mit zahlreichen Informationen und Auszeichnungen wurde als unbedingt erforderlich für die AZUBI-Akquise erachtet.

Von einer Gruppendiskussion im eigentlichen Sinne des Worte, konnte man nicht sprechen. Während die „alten Hasen“, d.h. die SchülerInnen, die bereits einen Ausbildungsplatz haben, wichtige Ideen einbrachten, verschriftlichen die anderen TeilnehmerInnen die Vorschläge und versuchten sich in einer kreativen Gestaltung. Die 25 Minuten waren dann auch sehr schnell vorüber und die Arbeit immer noch nicht erledigt, so dass bereits Überlegungen angestellt wurden, ob es nicht sinnvoller sei, direkt Insolvenz anzumelden. Auf den letzten Metern konnte dann aber doch ein Ergebnis präsentiert werden.

Mit großem Interesse verfolgten die SchülerInnen die Ausführungen von Frau Schoofs zu den Zielen einer solchen Gruppendiskussion, bei der in Abhängigkeit von der zu vergebenden Postion verschiedene Charaktere identifiziert werden können.

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Bei der sich anschließenden Postkorbübung musste eine Schulwoche in nur 15 Minuten geplant werden. Keine leichte Aufgabe, denn außer den Vorbereitungen auf einen Vokabeltest und eine Mathearbeit, mussten die Bewerbungsunterlagen für das heutige Projekt und die Fertigstellung einer Mind-Map für eine Expertenrunde zum Thema „Soft-Skills“ fertiggestellt werden. Daneben galt es familiäre Pflichten unterzubringen und Zeit für Kino, Freunde und Vereinssport einzuplanen. Jeder Teilnehmer musste hier seine eigenen Prioritäten setzen. Kann man den besten Freund an seinem Geburtstag versetzen, weil die Teilnahme am Training Voraussetzung für den Einsatz im Spiel am Wochenende ist? Überlegungen, statt seiner ein Double zum Training zu schicken bzw. den Trainer zu bestechen, wurden dann aber doch schnell verworfen. Dann doch lieber auf das Duschen nach dem Training verzichten! Wie lässt sich eine ganztägige Familienfeier verkürzen, wenn man sich schon nicht umgehen kann. Immerhin wird die Großmutter nur einmal 80 Jahre alt. 5 Stunden am Stück für die Mathearbeit lernen, der Mathelehrer wird sich freuen, aber ist dies realistisch? Dann doch lieber auf eine Stunde Schlaf verzichten und vor der Schule noch einmal ins Heft schauen.

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Die Einzelpräsentationen der mitgebrachten Lieblingsgegenstände (Handys, Kreditkarte, Schoko-Ticket und Kopfhörer) bildete den Abschluss des Projekttages.

Die Kreativität dieser Gruppe zeigte sich in den liebevoll gestalteten Plakaten und überzeugend vorgebrachten technischen und ökonomischen Verkaufsargumenten, die sicher das Interesse jedes Kunden geweckt hätten.

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Das Feedback der TeilnehmerInnen war einhellig. Der Projekttag war sehr kurzweilig und die ausgewählten Übungen haben viel Spaß gemacht. Eine rundum gute Vorbereitung auf zukünftige Bewerbungsverfahren.

Susanne Schmidt

 

Übung macht den Meister……

….. haben sich 20 TeilnehmerInnen im Jahrgang 10 der Realschule An der Fleuth gedacht, als sie sich zum Projekt „Auswahlverfahren“ anmeldeten. Aufgrund des großen Interesses wurden am 07.02. und am 21.02. zwei Termine angeboten. Dieser Projekttag ist ein Angebot der Berufswahlorientierung im Rahmen der Lernpartnerschaft mit der Fa. Schaffrathmedien. Viele SchülerInnen möchten im Anschluss an den Abschluss eine Ausbildung beginnen und befinden sich in der Bewerbungsphase.
Wer auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wurde, ist auf die Zielgerade eingebogen. Verständlich, dass man dann einen guten Eindruck machen möchte, schließlich bedeutet Bewerbung auch immer Werbung in eigener Sache. Doch wie bereitet man sich optimal auf ein Auswahlverfahren vor? Auf welche Fragen muss sich ein Bewerber in einem Vorstellungsgespräch einstellen? Eine gute Vorbereitung hilft in jedem Falle, die eigene Nervosität zu beherrschen und einen guten Eindruck zu hinterlassen.

Im Konferenzraum der Fa. Schaffrathmedien stellten sich die Teilnehmerinnen unter der Leitung von Frau Schoofs (Personalabteilung) den Herausforderungen eines Vorstellungsgesprächs und typischen Assessment-Center Übungen.


Ob Medizinische Fachangestellte, Sozialversicherungsfachangestellte, Fachinformatiker, Industriekauffrau, Immobilienkauffrau, Bürokauffrau, Verwaltungsfachangestellter oder Gärtner im Bereich Gemüsebau, alle Teilnehmerinnen hatten sich über ihren Traumberuf gut informiert und konnten auf Erfahrungen aus dem Schülerbetriebspraktikum, ihrer Mitarbeit im elterlichen Betrieb oder den Inhalten des Politikunterrichtes zurückgreifen, so dass die Vorstellungsgespräche diese Bezeichnung auch verdienten und nicht zu einem Frage und Antwortspiel wurden. Die Bewerber zeigten sich sehr motiviert und wollten sich auch nicht durch Schicht- und Wochenenddienst von ihrem Traumberuf abbringen lassen.
Alle SchülerInnen erhielten individuelle Rückmeldungen durch Frau Schoofs und wichtige Tipps zur Anfertigung ihrer Bewerbungsunterlagen bzw. zur positiven Darstellung und Argumentation im Bewerbungsgespräch als auch zu anschließenden Fragen rund um die Aus- und Weiterbildung, die man gut vorbereiten kann.

Lediglich 15 Minuten umfasste der Zeitrahmen für das nachfolgende Partnerinterview, bei dem sich klassenfremde SchülerInnen gegenüber saßen und möglichst viele berufsbezogene Informationen (z.B. Gründe für den Berufswunsch, erforderliche Soft-Skills, berufliche Ziele….) erfragen mussten. Kommunikationsfähigkeit und Kontaktstärke waren bei dieser Übung die bestimmenden Soft-Skills.

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In der nachfolgenden Gruppendiskussion galt es am 7.02. den ersten Ausbildungstag der neuen Auszubildenden zu organisieren, um ihnen den Einstieg in das Unternehmen zu erleichtern und sie mit allen Mitarbeitern bekannt zu machen. Ein Diskussionsleiter kristallisierte sich schnell heraus. Auch wurde die Aufgabenverteilung bei der Dokumentation – diejenige mit der schönsten Schrift wurde umgehend für die Verschriftlichung der Ergebnisse ausgesucht – und Präsentation schnell festgelegt. Aufgrund der hohen Teilnehmerzahl, nahm die Diskussion erst langsam Fahrt auf. Auch zeigte sich, dass Arbeitsaufträge sorgfältig gelesen werden müssen, um zu einem befriedigenden Ergebnis zu gelangen. Nach diesen ersten Startschwierigkeiten zeigte sich, dass unterschiedliche Persönlichkeiten zielführend zusammenarbeiten können. Egal, ob es sich bei den TeilnehmerInnen eher um introvertierte, extrovertierte, planerisch denkende oder soziale Charaktere handelte, wurde jeder zu seiner Meinung befragt und angehört.


Bei der sich anschließenden Postkorbübung handelt es sich um eine typische Aufgabenstellung im Assessment-Center bei der, Stressresistenz, Lösungskompetenz, analytisches Denken, Konzentrationsfähigkeit und Entscheidungsfreude getestet werden. In nur 15 Minuten musste eine Schulwoche mit Vorbereitungen auf die Mathearbeit und den Vokabeltest, Übungseinheiten für die ZAPs, Arbeitstreffen und fristgerechte Anfertigung von Bewerbungsunterlagen mit privaten Pflichten und Vergnügungen koordiniert werden. Dabei ließen sich „Häppchen-Lerner“ von „Abendmarathon-Lernern“ unterscheiden. Doch unabhängig von den unterschiedlichen Prioritäten, um die ZAPs in diesem Jahrgang muss man sich keine Sorgen machen. Zu einem ehrlichen Feedback gehört jedoch auch, dass nicht jeder 15 Stunden in der Woche für das Lernen aufwenden würde.

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Den Abschluss bildete eine Einzelpräsentation. Die SchülerInnen hatten zu diesem Zweck einen Lieblingsgegenstand mitgebracht, der auf einer Messe vorgestellt werden sollte. Ein passender Werbeslogan und überzeugende Argumente mussten gefunden werden, um mögliche Kunden zu überzeugen. Kopfhörer, Ketten, Armbänder und Glücksbringer, Fußbälle und ein Trikot, sowie ein Boxhandschuh wurden unter viel Gelächter dargeboten.

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Die abschließende Feedback-Runde verdeutlichte, dass dieser Projekttag eine gute Übung zur Vorbereitung auf ein Bewerbungsverfahren ist, egal, ob man sich für das kommenden Ausbildungsjahr bewirbt oder zunächst eine weiterführende Schule besucht.

Susanne Schmidt

Einen runden Geburtstag…

….feierte die Lernpartnerschaft zwischen der Realschule An der Fleuth und L.N. Schaffrath GmbH & Co. KG DruckMedien. Am 18. April 2008 wurde diese Kooperation im Forum der Realschule im Rahmen einer feierlichen Zeremonie unterzeichnet.

             

Die damalige Geschäftsführerin Frau Gisela Grunau wünschte sich durch diese Lernpartnerschaft einen frühzeitigen Kontakt zu potenziellen und motivierten Auszubildenden. „Gute Kandidaten für die Lehre zum Industriekaufmann/-frau oder für die Ausbildung zum Informatikkaufmann/-frau, zum Mediengestalter/-in, Drucker/-in oder Buchbinder/-in zu finden, ist immer noch problematisch.“ Auch wenn mittlerweile aus dem Drucker der Medientechnologe Druck und aus dem Buchbinder der Medientechnologe Druckverarbeitung geworden ist und anstelle des Industriekaufmanns zum Kaufmann/-frau für Büromanagement ausgebildet wird, bleibt die Suche nach geeigneten Auszubildenden immer noch stellenweise eine Herausforderung ist. Was liegt da näher, als im Rahmen verschiedener Projekte SchülerInnen für das Unternehmen zu interessieren.

Vom Zeitungsprojekt im Deutschunterricht in Klasse 8 in die Praxis im Rahmen einer Betriebsführung. Der eindrucksvolle Rundgang durch die Druckerei beginnt mit dem Bogenoffsetdruck, bei dem Magazine und Kataloge gedruckt werden. Dabei wird das Papier als Einzelbogen mittels eines Greifersystems durch die Maschine geführt.

In der nächsten Halle beeindruckt der Rollenoffsetdruck durch seine Massenproduktion. Hier werden Auflagen bis zu mehreren Millionen Exemplaren hergestellt. Das Papierlager mit seinen ca. 4.000 t Papierrollen, von denen eine Rolle 800 bis 1.500 kg wiegen kann, ist immer wieder ein Erlebnis.

Für die Berufsfelderkundungen in Klasse 8 wurden in diesem Jahr am 19.04.2018 Plätze für 8 SchülerInnen angeboten. Zusammen mit einigen Auszubildenden erhalten die TeilnehmerInnen einen praxisorientierten Einblick in die Tätigkeiten des Medientechnologen Druck. Dabei wurden sie vor die kniffelige Aufgabe gestellt, aus den zur Verfügung gestellten Grundfarben einen vorgegebenen Farbton mithilfe der Finger anzumischen. Diese Ergebnisse waren recht unterschiedlich, aber in jedem Falle bunt. Auch haben die interessierten SchülerInnen die Gelegenheit, Auszubildende auf Augenhöhe zu den Sonnen- und Schattenseiten des Berufs zu befragen.

Immer wieder nutzen SchülerInnen der Klasse 9, teilweise nach den ersten Erfahrungen aus der Berufsfelderkundung, die Möglichkeit ein Schülerbetriebspraktikum als Medientechnologe Druck zu absolvieren. Angeleitet durch Herrn Susen (Ausbilder) erhalten die TeilnehmerInnen Einblicke in die Anforderungen des 1. Ausbildungsjahres.

Im Fach Deutsch und Politik werden die SchülerInnen der Jahrgangsstufe 9 intensiv auf das Erstellen individueller Bewerbungsunterlagen vorbereitet. Doch wie wirken Anschreiben, Lebenslauf und die ASO-Noten auf dem Zeugnis auf ein Unternehmen? Zu diesem Punkt nimmt in jedem Jahr Frau Schoofs aus der Personalabteilung im Projekt „Bewerbung aus Sicht eines Unternehmens“ eindrucksvoll Stellung.
Nachdem die SchülerInnen in kleinen Gruppen „gefakte“ Bewerbungsunterlagen gesichtet und nach möglichen Fehlern und Ungereimtheiten untersucht haben, ist jedes Mal das Erstaunen groß, wie eine 4 in den ASO-Noten auf die Bewerberauswahl wirkt. Neben fehlerfreien Bewerbungsunterlagen, die die Berufswahl und die Motivation des Bewerbers überzeugend darlegen, sind es eben diese guten Bewertungen im Arbeits- und Sozialverhalten, die von Seiten der Personalabteilung vorausgesetzt werden. Für manche SchülerInnen ist diese Stunde ein Aha-Erlebnis.

Ebenfalls in Klasse 9 können je zwei SchülerInnen aus den Physikkursen die Möglichkeit beim Projekt „Farbenmischen“ einen praxisnahen Einblick in die Farbenlehre zu erleben. Ihre Eindrücke werden anschließend im Unterricht präsentiert.

Wenn es Anfang Klasse 10 für die SchülerInnen ernst wird, bildet das eintägige Projekt „Auswahlverfahren“ eine praxisorientierte Hilfe. Im Rahmen eines Assessment-Centers erhalten zwei SchülerInnen jeder 10er Klasse die Möglichkeit an einem Bewerbungsgespräch mit nachfolgendem Gruppenauswahlverfahren teilzunehmen. Die zahlreichen Tipps zu den Bewerbungsunterlagen und dem Auftreten, als auch die vielfältigen Aufgabenstellungen im Assessment-Center bieten eine gute Vorbereitung auf den Ernstfall und werden von den TeilnehmerInnen immer als Bereicherung empfunden.

Auch für den Informatikkurs in Klasse 10 findet sich ein interessantes Projekt. Vorbereitet und begleitet durch Herrn Hermsen (Projektmanagement, Organisation, Datenschutz), wird die vielfältige Art und Weise der Verarbeitung von Prozessdaten in einem Unternehmen aufgezeigt. Schwerpunktmäßig werden die produktionsnahen, geschlossenen Informations- und Prozessketten erklärt. Von der Echtzeit-Visualisierung, mit der man Abweichungen zum geplanten Ablauf erkennen und darauf reagieren kann, bis hin zur detaillierten Informationszusammenstellung für die Auftragsabrechnung und für das Controlling, werden die Prozessketten erläutert.

Susanne Schmidt

Genau mein Fall!

Das war zumindest die Meinung der TeilnehmerInnen am zweiten Projekt zum Thema „Der Polizeiberuf im Rahmen der inneren Sicherheit“. Im Verlauf einer 4-stündigen, intensiven Projektarbeit, erhielten 15 SchülerInnen der Jahrgangsstufe10 durch Polizeihauptkommissar R. Reusch von der Kreispolizei Kleve, nicht nur einen tieferen Einblick in die Aufgaben und Einsatzmöglichkeiten der Polizei, sondern bekamen durch handlungsorientierte Übungen eine Vorstellung von den Grundlagen zielführender Teamarbeit.

Zum Auftakt galt es Namensschilder für alle Mitschüler innerhalb von 2 Minuten anzufertigen. Dabei durfte jedoch niemand seinen eigenen Namen schreiben. Infolgedessen musste vorab die Materialverteilung (Klebeband, Edding) und die Zuordnung der Personen gut organisiert werden. Das geht nur im Team, erfordert eine klare Arbeitsteilung bei der eindeutige Absprachen getroffen werden müssen. Die benötigte Zeit von 3.17 Minuten war auf mangelnde Koordination zurückzuführen und stark verbesserungswürdig.

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Bei der folgenden Aufgabe musste ein Ball weitergegeben werden, wobei jedes Teammitglied nur einmal Ballkontakt haben durfte. Die vorsichtige Schätzung des Zeitrahmens von 1 Minute wurde mit den benötigten 12 Sekunden im ersten Durchgang deutlich unterboten, war aber noch steigerungsfähig. Eine wichtige Erkenntnis dieser einfachen Übung: Rahmenbedingungen dürfen verändert werden – probieren geht über studieren. Eine Anpassung an die jeweilige Situation ist oftmals erforderlich, will man gemeinsam ein Ziel erreichen. Im Alltag polizeilicher Arbeit ist Teamarbeit unabdingbar und muss immer wieder situationsspezifisch gestaltet sein. Alle SchülerInnen waren begeistert von ihrem Erfolg und stellten fest, dass Teamarbeit richtig Spaß machen kann. Doch Teamarbeit bedeutet auch, dass jeder Einzelne zugeben darf, dass er etwas nicht kann.

Absprachen treffen, ohne zu sprechen – wie soll das gehen? Alle TeilnehmerInnen mussten sich in alphabetischer Reihenfolge ihrer Nachnamen in einer Reihe aufstellen. Nicht reden dürfen, ist per se für viele SchülerInnen die Höchststrafe, aber zum Glück gibt es ja die Zeichensprache. Doch das Alphabet sollte man dabei schon beherrschen! Fazit dieser Übung: Verantwortlich bei der Bewältigung einer Teamaufgabe ist immer die gesamte Gruppe!

Im nachfolgenden Planspiel zur inneren Sicherheit, mussten die Aufgaben der Polizei und die ihr zur Verfügung stehenden Einsatzmittel herausgearbeitet werden, die erforderlich sind, um die Sicherheit einer mittleren Stadt von ca. 90.000 Einwohnern zu gewährleisten. Wo ist der optimale Standort einer Polizeiwache, wenn man die verkehrstechnischen Besonderheiten (z.B. Autobahnanbindung, Schnellstraßen…) und Problemviertel (Bereiche mit hohen Kriminalitätsraten, Drogenmilieus, Vergnügungs- und Universitätsviertel) berücksichtigen muss?

Der Zeitrahmen von 40 Minuten war für diese Teamaufgabe „sportlich“ knapp bemessen. Am Ende mussten alle Aufgaben erledigt sein und von allen TeilnehmerInnen präsentiert werden. Nach einer ersten Orientierung auf dem ausgelegten Stadtplan, mussten Entscheidungen abgewogen und getroffen werden.

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Die Mädchen, die in dieser Gruppe in der Unterzahl waren, zeichneten sich hier durch eine intensive Arbeit im Hintergrund aus, deren Ergebnis sie gut und begründet darlegen konnten. Auch wenn bei der abschließenden Präsentation sehr rasch deutlich wurde, wer bei der Gruppenarbeit aktiv mitgewirkt hatte, lieferten beide Gruppen sehr gute Ergebnisse.

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Herr Reusch erläuterte die unterschiedlichen Aufgaben und Befugnisse von Bundes- und Landespolizei, Zoll, Kripo, SEK und GSG 9 und die Besonderheiten des polizeilichen Alltags in einem Rechtsstaat. So gilt in Deutschland bei der Strafverfolgung immer der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit, damit eine Situation nicht eskaliert. An erster Stelle steht dabei die Gefahrenabwehr, dann erst die Strafverfolgung, wobei der Einsatz der Dienstwaffe allerletztes Mittel ist. Im Polizeidienst werden keine Rambos gebraucht, sondern Personen mit sozialen Kompetenzen und einem hohen Maß an Teamfähigkeit.

Voraussetzung für die Einstellung in den Polizeidienst ist in Nordrhein-Westfalen das Abitur bzw. Fachabitur. Dabei stehen zunächst nicht die Schulnoten im Vordergrund, sondern das Ergebnis des 3-tägigen Einstellungstests, der hohe Anforderungen an die BewerberInnen stellt.

Die umfangreichen Arbeitsergebnisse und zahlreichen interessierten Fragen rund um den Polizeiberuf, ließen die 4 Stunden Projektarbeit im Fluge vergehen, so dass im nächsten Jahr für dieses Projekt ein größerer Zeitrahmen angesetzt werden sollte. Die zahlreichen Informationen, die Herr Reusch humorvoll und motivierend zu vermitteln wusste, haben viele TeilnehmerInnen in ihrem Wunsch bestärkt, sich zu einem späteren Zeitpunkt für die Aufnahme in den Polizeidienst zu bewerben.

Susanne Schmidt